Was ist Verhaltenstherapie?

 

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass die Menschen aufgrund psychischer und sozialer Merkmale, die sich im Verlauf der Lebensgeschichte herausgebildet haben, sowie genetischer und körperlicher Faktoren unterschiedlich anfällig für psychische Erkrankungen sind. Vor diesem Hintergrund können belastende Erfahrungen oder Stress eine psychische Krankheit erstmals auslösen. Reaktionen der Umwelt auf die psychische Problematik, das eigene Bewältigungsverhalten und die Eigendynamik psychischer Erkrankungen beeinflussen den weiteren Verlauf der Erkrankung.

In der Verhaltenstherapie erarbeiten die Psychotherapeuten mit Ihnen zunächst eine Erklärung, warum Sie seelisch erkrankt sind. Sie verabreden mit Ihnen konkrete Therapieziele und 
leiten aus den Ursachen und
 Bedingungen der Erkrankung
 spezifische Behandlungsmaßnahmen ab, die sie Ihnen vorschlagen.

Eine Verhaltenstherapeutin beziehungsweise ein
 Verhaltenstherapeut ermutigt
 Sie, die Art und Weise, wie Sie
 sich selbst und andere sehen, wie Sie Ihre Beziehungen gestalten oder wie Sie sich 
in bestimmten Situationen 
verhalten, genauer zu betrachten. Sie helfen Ihnen
 zum Beispiel, negative Gedanken und deren Einfluss auf Ihre Gefühle und Ihr Verhalten zu erkennen und im Alltag hilfreiche Gedanken zu entwickeln und neue Verhaltensweisen auszuprobieren, so dass Ihr Leiden gelindert wird. Das kann zum Beispiel bedeuten, gemeinsam mit der Psychotherapeutin beziehungsweise dem Psychotherapeuten Situationen außerhalb der Praxis oder Klinik aufzusuchen, die Ihnen Angst machen.

Bei einer Verhaltenstherapie sitzen Sie der Psychotherapeutin beziehungsweise dem Psychotherapeuten gegenüber. Die Anzahl und die Frequenz der Therapiesitzungen werden je nach Art der Störung zwischen Patient und Psychotherapeut vereinbart. Die Behandlung dauert in der Regel ein halbes bis ein Jahr, gegebenenfalls auch länger.